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Professor des Jahres - "Ein geschlechterübergreifender Preis"

Header Professor des Jahres 2016

Im Interview erläutert der Jury-Vorsitzende Winfried Schulze, warum der Titel „Professor des Jahres“ geschlechterübergreifend vergeben wird und dokumentiert einen ermutigenden Anteil weiblicher Preisträger.
 

Herr Schulze, Sie haben 2016 über eine Änderung des Titels „Professor des Jahres“ nachgedacht? 
Das ist korrekt. Zuvor gab es einzelne Anregungen aus dem  Hochschul-Sektor, im Sinne der Gleichberechtigung doch auch die weibliche Bezeichnung „Professorin“ im Wettbewerbs-Titel zu berücksichtigen. Solche Impulse greifen wir natürlich auf und diskutieren darüber.

Zu welchem Ergebnis sind Sie dabei gekommen?
Zunächst einmal hat mir unsere Jury-Kollegin und ehemalige Preisträgerin, Michaela Geierhos, versichert, dass sie sich durch den Titel „Professor des Jahres“ nie in irgendeiner Weise als Frau herabgesetzt gefühlt hat. Ihre persönliche Meinung dazu war mir ganz wichtig. Nach Aussagen des UNICUM-Teams hat sich auch keine andere der vielen Preisträgerinnen je über den Wettbewerbsnamen beschwert.

Und daher haben Sie sich entschieden, den Titel beizubehalten?
Der entscheidende Punkt ist, dass wir in keiner Weise den Anschein erwecken möchten, es handele sich um einen geschlechtergetrennten Preis. Das würden wir aber mit einem veränderten Titel wie „Professor/in des Jahres“ tun

Weil man denken könnte, die Professorin des Jahres hätte sich in einer weiblichen Kategorie „nur“  gegen andere Professorinnen durchgesetzt?
Genau das ist das Problem. So ein Missverständnis würde unser Gleichberechtigungs-Anliegen völlig konterkarieren. Denn Professor des Jahres ist ein geschlechterübergreifender Preis. Frauen und Männer treten in einer Fach-Kategorie gegeneinander an und werden dort nach den gleichen Maßstäben bewertet. Nach diesem Prinzip verfahren wir seit mehr als zehn Jahren, dafür erhalten wir enorm viel Zuspruch und wollen dieses Wettbewerbsprinzip auch künftig bewahren.

Gibt es denn auch de facto regelmäßig weibliche Preisträger? 
Ja natürlich! Wir haben von allen Wissenschaftspreisen, die verliehen werden, mit 26%  den höchsten Anteil an weiblichen Preisträgern. Natürlich sind wir auf diese Quote stolz, denn sie beruht ja nicht auf einer Vorgabe der Jury, sondern ist vor allem das Resultat der Nominierungen durch Studierende. Anders herum könnte man sagen: Schlagt hervorragende Professorinnen für den Preis vor, dann erreichen wir auch einen höheren Anteil weiblicher Preisträger.